Pferdegesundheit – Lymphknotenentzündung / Lymphangitis

Lymphangitis oder angelaufene Beine?

Angelaufene Beine sind ein häufiges Problem bei Pferden und können ein oder mehrere Beine gleichzeitig betreffen.  Die betroffene Gliedmaße fühlt sich in der Regel nicht warm an oder ist besonders schmerzhaft.

Die Lymphangitis hingegen ist durch eine  ausgedehnte Entzündung der Gliedmaße gekennzeichnet, bei der es sich meistens um eine Hintergliedmaße handelt, und im Gegensatz zur normalen angeleufenen Beinen hat dieser Zustand eine Infektion als Ursache.   Dabei handelt es sich um eine bakterielle oder pilzliche Infektion des Lymphgefäßsystems.

Es gibt drei Arten von Lymphangitis:

- Sporadisch - die häufigste

- Ulzerativ - glücklicherweise selten, da sie zu subkutanen Abszessen führt, die aufplatzen können

- Epizootisch - eine meldepflichtige Krankheit, die durch eine Pilzinfektion verursacht wird, der letzte Fall wurde 1907 gemeldet

Was ist eine Lymphangitis?

Eine Lymphangitis wird typischerweise durch Bakterien verursacht, die durch eine kleine Wunde oder einen Riss in der Haut eindringen, oft in Verbindung mit rissigen Hufen oder Mauke.  Im normalen Verlauf würde das Lymphsystem arbeiten, um das umliegende Gewebe zu entwässern, bei der Beseitigung von Toxinen zu helfen und die Zirkulation von weißen Blutkörperchen zu stimulieren, die zur Bekämpfung von Infektionen eingesetzt werden.

Einige Pferde haben ein geschwächtes Immunsystem, was sie anfälliger für Lymphangitis macht.  Bei diesen Pferden ist das Lymphsystem überfordert, die Lymphdrüsen sind blockiert und können selbst infiziert werden.  Dies wirkt sich auf die Lymphzirkulation und die lokale Drainage des Gewebes aus, was zu einem Ödem in der betroffenen Gliedmaße führt.

Wie diagnostiziert man Lymphangitis?

Häufige Symptome der Lymphangitis sind:

- Schnelle und ausgedehnte Entzündung der betroffenen Gliedmaße, die sich manchmal von der Fessel bis zu den Zitzen oder der Scheide erstrecken kann, was zu einem "Baumstamm"-Bein führt.

- Ausgeprägte Lahmheit

- Hitze und Schmerzen im Ödem

- Austritt von Serum aus den Geweben

- In schweren Fällen erhöhte Temperatur (über 38 Grad Celsius), Appetitlosigkeit und Lethargie

Wie behandelt man eine Lymphangitis?

Sobald der Verdacht auf eine Lymphangitis besteht, ist es sehr wichtig, zunächst einen Tierarzt aufzusuchen, um das Problem in den Griff zu bekommen und schwerwiegende Langzeitfolgen wie eine dauerhafte Schwellung und Einschränkung der Bewegungsfeiheit zu verhindern.

Oft wird ein Abstrich von der Wunde oder der Haut genommen, um eine Bakterienkultur anzulegen, die es dem Tierarzt ermöglicht, die besten Antibiotika auszuwählen.  Diese werden in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten und manchmal mit Steroiden eingesetzt.  Der Einsatz von Steroiden birgt ein gewisses Risiko, vor allem durch die weitere Unterdrückung des Immunsystems, sie sind jedoch sehr wirksam bei der schnellen Reduzierung von Schwellungen und den daraus resultierenden extremen Schmerzen.

Die topische Behandlung der betroffenen Gliedmaße mit antibakteriellen Cremes und Waschungen ist wichtig, um die fortschreitende Infektion zu bekämpfen.  Das Bein sollte mit einer dicken Unterlage bandagiert werden, um die Schwellung zu reduzieren. Es ist sinnvoll, dies mit Bewegung zu kombinieren, obwohl dies anfangs für das Pferd schmerzhaft sein kann.

Vorbeugen

Die Vorbeugung gegen das erneute Auftreten einer Lymphangitis kann schwierig sein, besonders wenn die Erkrankung bereits eine dauerhafte Narbenbildung verursacht hat.  Hygiene und Sauberkeit der Haut sind von größter Bedeutung, und alle Wunden sollten sofort versorgt werden.

Es gibt Einzelberichte, dass die Verwendung von Kräutern wie Klebkraut und Ringelblume, die den Lymphabfluss fördern und unterstützen können, zur langfristigen Unterstützung und Vorbeugung nützlich sind.